Die vergangenen Wochen waren für uns geprägt von Vorbereitungen für diverse anstehende Dinge. Der Vortrag für das Festival in Stapelfeld bekommt seinen letzten Schliff und verschiedene Zeitschriftenartikel sind in Vorbereitung. Zudem laufen im Hintergrund bereits weitere Absprachen für dieses Jahr – ihr dürft also gespannt sein! 🙂 Aus all diesen Gründen haben wir aktuell wenig Zeit, um fotografieren zu gehen. Aber an zwei Abenden hat es uns dann doch nicht zu Hause gehalten.
Die Info
Die Info, dass es am Abend Polarlichter geben sollte, haben wir schon im Laufe des Tages von mehreren Seiten erhalten, haben aber erstmal nicht viel darauf gegeben. Denn es war ja schon öfter mal so, dass großer Alarm war und man am Ende eigentlich kaum was sehen konnte. Auch wenn in solchen Situationen fotografisch trotzdem was zu holen wäre, waren wir uns einig, dass wir Polarlichter lieber mal „richtig“ erleben wollen – also in Schweden oder Norwegen, wenn es dann so richtig rund geht. Und so haben wir uns für die Couch entschieden. Doch im Laufe des Abends trudelten in einer einschlägigen WhatsApp-Gruppe immer mehr Handyfotos ein, die teilweise ein für uns überraschendes Ausmaß an Polarlichtern zeigte. Ich bin dann zum Badfenster gegangen, habe das Licht im Flur ausgemacht und mit dem Handy rausfotografiert, Richtung Norden.


Und abseits der üblichen Stadtlichter war der Himmel leuchtend rot! Ich nahm mit einem Ausruf des Staunens das Handy runter und guckte an die Stelle, wo es so rot leuchtete – und wiederholte den Ausruf – denn der rote Fleck war auch ohne Handy deutlich zu erkennen! Daniel kam sofort dazu und schaute ebenfalls raus – und sagte in etwa das gleiche. Wir stürmten mit den Handys bewaffnet nach draußen auf den gegenüberliegenden Spielplatz, sodass keine Straßenlampen störten. Wir waren völlig fasziniert und holten noch schnell meine Eltern dazu, die im gleichen Haus wohnen – denn sowas hatten auch sie noch nie gesehen.
Los geht’s…
Es blieb uns nichts anderes übrig – wir packten uns die Kameras und die Stative und sprangen ins Auto, um die Stadt zu verlassen. Dem einen oder der anderen wird im letzten Satz was aufgefallen sein: Ja, wir haben Stative mitgenommen! 😉 Kleine Anekdote hierzu: Daniel hatte seins bereits aus der Ecke geholt, in der sie immer stehen, und als ich eins der verbliebenen inspizierend in die Hand nahm, sagte ich zu ihm: „Hm, das ist ja gar nicht meins. Weißt du, wo meins ist?“ Als Daniel in Gelächter ausbrach, stellte ich fest, dass es sich wohl doch um meins handeln musste. Ich weiß also nicht mal, wie es aussieht! So selten benutze ich es! 😉
Wir fuhren also ein Stück die Stadt raus zu einer Stelle, wo die Pflaumenallee, die die Südstadt säumt, noch schöne alte Bäume hat. Etwas anderes fiel uns auf die Schnelle nicht ein und weit fahren konnten wir schließlich auch nicht mehr, denn das Spektakel war schon im vollen Gange. Auf dem Weg fiel uns ein Auto auf, das doch äußerst seltsam durch einen kleinen Kreisverkehr fuhr. An jedem anderen Tag hätten wir behauptet: Der ist doch betrunken! An diesem Abend waren wir uns sicher: Der Fahrer sieht auch die grell grüne „Wolke“ über der Stadt leuchten…
Die Stelle mit dem Bäumen war an sich ganz okay, das Problem war allerdings, dass wir uns im Süden der Stadt befanden und der Blick Richtung Norden unweigerlich die Stadtlichter mit einbezog. Wir konnten also vor allem die Lichter fotografieren, die sich rechts und links neben der Stadt zeigten, und das waren zum Glück mehr als genug.
Es war ein absolutes Farbspektakel. Ein grünes Band tanzte direkt über uns, wurde heller, dunkler, verschnörkelte sich und verzog sich wieder. Immer wieder. Sogar deutlich Richtung Süden konnten wir die Aurora sichten und fotografieren. Wir waren sprachlos und die Gänsehaut kam nicht nur von der Kälte… Völlig begeistert von diesem Abend fielen wir irgendwann um kurz vor eins ins Bett…











Zweite Runde
Nach viel zu wenig Schlaf ging dann am nächsten Tag der Alltag weiter. Und im Laufe des Tages häuften sich die Nachrichten über erneutes Polarlicht am Abend. Wieder gaben wir nicht fiel auf diese Warnung, denn auch das ist ja öfter so: Wenn es einen zweiten Abend in Folge Polarlichtalarm gibt, ist der zweite Abend meistens nicht so intensiv. Aber weiß man’s? Wahrscheinlich beruhen unsere Erfahrungen nur auf Zufall. Also planten wir alles so, dass wir möglichst spontan raus können, und hatten uns ein Ziel mit weniger störenden Stadtlichtern überlegt. Nur zehn Minuten mit dem Auto Richtung Süden steht ein einsamer Baum (leider mit Hochsitz-Leiter) auf einer Anhöhe, perfekt ausgerichtet für die Nordlichter. Leider waren wir trotz unserer Überlegungen zu spät dran. Doch wir konnten immerhin noch den Baum mit dem letzten Rest Polarlicht einfangen und noch das eine oder andere „Selfie“ unterm Sternenhimmel machen.
Die Überraschung
Doch das absolute Highlight an diesem Abend war ein anderes. Nachdem schon länger auch fotografisch kaum noch Polarlichter zu sehen waren, hatten wir eigentlich schon die Hoffnung auf ein Himmelsspektakel aufgegeben. Und so drehten wir uns eine Weile Richtung Süden, denn dort war der Sternenhimmel sehr intensiv und wir konnten sogar die Milchstraße als leicht helles Band erkennen. Und wie wir so in den Himmel schauen, fällt plötzlich eine Sternschnuppe herunter. Leuchtend hell und lautlos, magisch, für mehrere Sekunden sichtbar. Wir hielten beide den Atem an. Nach weiteren Sekunden sagte Daniel: „Was war DAS denn?!“ Ich konnte nur noch stottern: „Da… da… da…. das war ’ne Sternschnuppe!!!“ Wir waren überwältigt und uns gleichzeitig sicher: Mehr geht nicht. Mehr kann die Natur uns innerhalb von 24 Stunden nicht schenken. Völlig beseelt machten wir uns kurz darauf auf den Heimweg. An diese beiden Abende werden wir wohl noch sehr lange zurück denken…
Und ihr so?
Wie habt ihr die Polarlichter erlebt? Schreibt’s gerne in die Kommentare! 🙂 Wir freuen uns auf eure Geschichiten.
Eure Christine

naturgezwitscher
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