Der ultimative Regensachen-Test

Der ultimative Regensachen-Test

Wer unseren Instagram-Kanal und unsere Blogeinträge aufmerksam verfolgt, der weiß sicherlich, dass wir aus irgendeinem Grund häufiger das Glück haben, vor allem auf Reisen mitten in einem dicken Regenschauer zu landen. Moment mal – Glück? Ja! Natürlich sind wir auch nicht wirklich scharf darauf, völlig durchnässt zu werden oder unsere Ausrüstung diesen Bedingungen auszusetzen. Aber: Bei Regenwetter sieht es gerade unter Bäumen so viel schöner aus, die Stimmung alter Wälder mit dicken, knorrigen Bäumen kommt dann besonders gut zur Geltung. Auch andere Landschaften gewinnen einfach an Seele, wenn es dunkel und trüb ist. Ein weiterer Vorteil: Keine Menschen weit und breit. Es gibt nur die Natur und uns.

Der Grund unserer Suche

Und wer unseren Schwedenurlaub im vergangenen Sommer mitverfolgt hat, der weiß auch: Unsere alten Regensachen waren mit den Jahren einfach undicht geworden und wir mitten im Fjäll völlig durchnässt. Deshalb hatten wir aufgerufen, euch mit euren persönlichen Empfehlungen bei uns zu melden. Daniel hat noch aus dem Urlaub heraus eine Jacke bestellt, alle anderen Teile haben wir nach und nach im Angebot erstanden.

Unsere Auswahl – die Jacken

Hier waren wir uns schnell einig, nachdem wir verschiedene Modelle unter die Lupe genommen haben. Es ist bei uns beiden die Keb Eco-Shell Jacket von Fjällräven geworden. Diese hat zwar einen saftigen UVP, aber wir haben sie, wie oben bereits erwähnt, in Angeboten gekauft, sodass wir mit dem Preis leben konnten – in der Hoffnung, dass die Jacke wirklich hält, was sie verspricht.

Laut Herstellerangaben ist die Jacke aus (teils recycletem) Polyester und hat eine Wassersäule von 30.000mm, sowie eine Atmungsaktivität von 26000 g/m²/24h. Sie ist leicht (ca. 500g), dünn und hat einen Zwei-Wege-Reißverschluss vorne. Nicht ganz so praktisch finden wir die Brusttaschen, “Normale” Seitentaschen gibt es hier leider nicht. Die Jacke hat auch eine Innentasche. Lange Reißverschlüsse unter den Armen können bei Bedarf zur Lüftung geöffnet werden. Die Kapuze verfügt über einen festen Schirm, der vor allem für Brillenträger von Vorteil ist. Die Kapuze lässt sich über einen Gummizug festziehen. Die entsprechende Stelle im Regen zu finden, ist allerdings am Anfang nicht so einfach. Das hätte man vielleicht etwas bedienfreundlicher gestalten können. Allerdings hält der Gummizug exakt da, wo man ihn einstellt, darauf ist Verlass.

Übrigens: Der Zusatz “Eco-Shell” bei diesem Jackenmodell ist wichtig – es gibt auch eine Fjällräven Keb Jacket. Dies ist eine Softshelljacke und ist vom Hersteller nicht ausdrücklich als wasserdicht angegeben!



Die Hosen

Bei den Hosen war es etwas schwieriger. Vor allem an Damenvarianten in größeren Größen für kurvigere Frauen wird es schwierig, etwas Vernünftiges zu finden. Ich habe verschiedene Varianten angeschaut, die meisten aber aufgrund der Herstellerangaben direkt wieder verworfen. Am Ende hatte ich zwei zur Auswahl bestellt, wovon dann auch eine direkt wieder zurückging, da der Schnitt einfach nicht passte. Behalten habe ich die Letto LongZip W Pants von Bergans. Laut Herstellerangaben hat sie eine Wassersäule von mindestens 20.000mm, sowie eine Atmungsaktivität von bis zu 10 000 g/m²/24h. Die Hose wird mit einem normalen Hosenreißverschluss udn Druckknopf geschlossen. Im Rücken hat sie einen Gummizug, sodass sie sich der Körperform und den Bewegungen anpasst. Sie lässt sich mit langen Reißverschlüssen an den Außenseiten der Beine komplett auseinander nehmen. Dadurch kann man die Hose tatsächlich mit JEDEM Schuh anziehen. Kleiner Nachteil: Die Hose hat keine einzige Tasche. Da mir draußen eigentlich ständig die Nase läuft und ich ständig ein Taschentuch brauche, ist das vor allem in der Kombination mit der Jacke ein kleines Problem.

Daniel ist auch bei der Hose Fjällräven treu geblieben und hat sich die zur Jacke passende Keb Eco-Shell Regenhose gekauft. Diese hat, wie die Jacke auch, laut Herstellerangaben eine Wassersäule von 30.000mm und eine Atmungsaktivität von 26 000 g/m2/24h. Auch diese Hose verfügt über zwei lange Reißverschlüsse an den äußeren Beinseiten, sodass die Hose komplett außeinandergenommen werden kann. Auch hier gibt es einen normalen Hosenreißverschluss mit Knopf zum Verschließen. Die Hose ist am Bauch/Rücken recht hoch geschnitten, sodass sie zum einen bei Wind den Nierenbereich warm hält und zum anderen den Rücken vor Regen schützt, wenn man sich zum Beispiel mal über seinen Rucksack beugt. Die Fjällräven-Hose verfügt über zwei Hosentaschen, die sich mit einem Reißverschluss verschließen lassen. Diese sind weit oben angebracht, sodass sie zusätzlich von der Jacke geschützt werden.

Kleiner Zusatztest: Die Schuhe

Ich trage seit einigen Monaten ausschließlich Barfußschuhe und habe mich für den Merell Wrapt Mid Waterproof entschieden. Den Schuh habe ich noch nicht so lang und konnte ihn noch nicht wirklich auf seine Dichtigkeit prüfen. Wie ihr in den Instagramvideos von unserem Test sehen konntet, bin ich (sogar mehrfach) schwungvoll in Pfützen gesprungen und war wirklich gespannt, wie meine Socken zu Hause nach der Aktion aussehen. Ich hatte an einem großen Zeh eine kleine nasse Stelle – das war’s. Die Schuhe sind offensichtlich wirklich ziemlich wasserdicht.

Der Test, der lange auf sich warten lies…

Und dann? Kein Regen mehr… Es war wie verhext. Seit wir die Sachen haben, hat es in der ersten Zeit kaum noch geregnet – und wenn doch, war es entweder nur ein schwacher Regenguss, den auch unsere alten Klamotten noch ausgehalten hätte, oder wir hatten keine Zeit. Und ja, zugegeben, manchmal hatten wir auch einfach keine Lust, bei diesem Wetter vor die Tür zu gehen. Hier und da ergab sich dann aber mit der Zeit immer mal eine Gelegenheit, wo wir im Dauerregen unterwegs sein konnten. Doch einen richtigen

Regenguss hatten wir noch nicht ausprobiert.

Doch neulich war es endlich so weit: Es war warm und es hatte am Nachmittag schon einen dicken Gewitterschauer mit heftigem Platzregen gegeben. Und wir dachten: Mist, das wäre DIE Gelegenheit gewesen. Also haben wir aufs Wetterradar geschaut. Der nächste Schauer war schon im Anmarsch. Perfekt! Wir schlüpften in unsere Klamotten und stürmten nach draußen, als gerade die ersten Tropfen vom Himmel fielen. Wir hatten es noch nicht mal aus den wenigen Häuserreihen heraus geschafft, die uns vom Stadtrand trennen, als es wie aus Kübeln goss. Es war kurz und heftig. Der Regen fiel in dicken, schnellen Tropfen auf uns herab, eine Unterhaltung war ohne Schreien nicht mehr möglich. Der Guss dauerte nur wenige Minuten, aber seine Intensität war so krass, dass wir in unseren alten Sachen sicherlich die eine oder andere feuchte Stelle gehabt hätten.

Unser Fazit

Als es anschließend nur noch tröpfelte, zogen wir kurz die Jacken aus, um ein erstes Fazit zu ziehen. Daniel war komplett trocken, ich war etwas nass. Das hat allerdings nichts mit der Jacke zu tun, sonden mit ihrer Anwenderin! 😉 Es ist schon wichtig darauf zu achten, dass die Öffnungen unter den Armen bei einsetzendem Regen geschlossen sind. Auch die Kaputze muss richtig zugezogen werden – und das direkt am Beginn des Schauers – da sonst das Wasser von der Kaputze in die Jacke läuft – und beim Hantieren an den Gummizügen auch noch in die Ärmel (da man ja die Arme dann permanent hoch hält…).

Wenn man von diesem Anwendungsfehler absieht, können wir nur sagen: Wir sind wirklich trocken geblieben, Hose, Pulli und Socken hatten keine (weiteren) feuchten Stellen. YEAH! Offensichtlich haben wir die für uns absolut perfekte Regenklamottenauswahl getroffen!

Wir hoffen, wir konnten euch hiermit ein bisschen weiterhelfen – denn die Suche nach guten Regensachen scheint unter Naturfotografen und -fotografinnen ja ein großes Thema zu sein! Wir halten euch auf jeden Fall via Instagram-Story auf dem Laufenden, wie sich die Klamotten in den kommenden Regengüssen schlagen… 😉

Bis dahin,

Christine

Hinweis: Alle im Text genannten Artikel haben wir selbst gekauft und von unserem eigenen Geld bezahlt. Es besteht keine Kooperation zu den genannten Herstellern. Wir empfehlen euch die Artikel aus Überzeugung und nicht wegen einer Gegenleistung oder Ähnliches.

Zum Schmökern: Hier seht ihr einige unserer schönsten Regenwetter-Fotos!

naturgezwitscher

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2 Kommentare
  • Susanne Steinhoff
    Posted at 15:16h, 08 Juli Antworten

    Wunderschöne, stimmungsvolle Bilder! Ich würde ja auch mal öfter im Regen rausgehen, hab aber immer ein bisschen Angst um meine R6 mit ebenso wenig wetterfesten Objektiven. Ist natürlich auch eine tolle Ausrede, sich nicht nass regnen zu lassen 😀

    • Christine Averberg
      Posted at 15:19h, 08 Juli Antworten

      Danke dir!:-) Also die R6 hält Einiges aus, kann ich dir aus Erfahrung sagen! 😉 Abgedichtete Objektive sind je nach Wetter natürlich sinnvoll…

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