Nachdem wir nun eine viel zu lange Zeit nicht fotografieren konnten, machte sich am vergangenen Wochenende eine Gelegenheit sozusagen in unserem Garten breit. Wir waren eigentlich noch am Frühstücken an diesem trüben Tag, als Daniel aus dem Küchenfenster schaute und rief: „Komm mal schnell, komm schnell, los!!“ Ich kletterte von unserem Friesensofa und spurtete in die Küche: Da saß ein Fasanenmännchen in seiner vollen Farbenpracht wie auf den Präsentierteller mitten im Garten!
Begeistert beobachteten wir das wunderschöne Tier, wie es auf einer Steinbank hin und her stolzierte und sich offensichtlich sehr begehrenswert fand. Wir konnten kaum glauben, wie perfekt die Situation war. Nachdem wir einige Minuten staunend am Fenster verbracht hatten, dachte ich mir: Wieso sollten wir uns die Gelegenheit entgehen lassen? Ich schnappte mir meine Kamera samt Teleobjektiv (100-400mm) und Konverter und ging zum Fenster zurück. Ihr denkt jetzt vielleicht: Dunkles Wetter, nicht wirklich lichtstarkes Objektiv, Telekonverter und Küchenfenster – was für schlechte Voraussetzungen!
Doch was mich erst davon abhielt, überhaupt die Kamera zu holen, machte ich mir dann einfach zunutze. Wenn ich schon durchs Fenster fotografieren muss, was wirklich scharfe Bilder fast unmöglich macht, dann nutze ich alle Möglichkeiten, Licht zu verlieren, um gute Bedingungen für ICMs zu schaffen. Denn dabei ist es am Ende wirklich egal, ob sich zwischen der Kamera und dem Motiv noch eine Scheibe befindet oder nicht. Also richtete ich meine Kamera auf den schönen Vogel, wählte verschieden lange Belichtungszeiten und wendete verschiedene Bewegungsabläufe an, um möglichst unterschiedliche Bilder zu erhalten.
Daniel ließ sich schnell anstecken von meinem Fieber und schnappte sich ebenfalls seine Ausrüstung und versuchte, trotz seiner Verletzung so gut es ging den hübschen Vogel in Szene zu setzen. Er nutzte dafür sein 100-500mm, teilweise ohne Konverter, aber auch mit dem 1,4x und dem 2x-Konverter. Interessant ist dabei wieder einmal, dass wir trotz fast gleicher Ausgangsbedingungen doch ziemlich unterschiedliche Bilder von der Situation gemacht haben.
Endlich wieder fotografieren! Auch wenn wir nur hinter der Scheibe bzw. kurz darauf auch auf dem Balkon standen, tat es unglaublich gut, mal wieder das Klicken der Kameras zu hören und sich ein wenig kreativ auszutoben. Ich hoffe, die Ergebnisse gefallen euch und inspirieren euch vielleicht, auch bei wirklich miesen Bedingungen einfach die Kamera zu zücken und zu probieren, was möglich ist.
Ein schönes Wochenende für euch und gut Licht – oder besser nicht? 😉
Eure Christine
Tobi
Posted at 18:54h, 09 MärzDa sind ja richtig tolle Bilder entstanden. Habt ihr den schwarzen Hintergrund nachträglich erzeugt?
Daniel Böttcher
Posted at 20:27h, 09 MärzHallo Tobi,
vielen Dank, das freut uns sehr! Zu deiner Frage: Teils / teils. Der Fasan saß im (diffusen) Licht vor dunklen Sträuchern. Beim fotografieren haben wir bereits unterbelichtet und so war der Hintergrund schon recht dunkel, aber der Fasan noch gut belichtet. In der Nachbearbeitung haben wir diesen Effekt noch etwas verstärkt und den Hintergrund noch dunkler gemacht.
Viele Grüße,
Daniel